Renke Holert (Buchautor und MVP, www.holert.com)
Microsoft Office Project 2007 ist in zwei Editionen erhältlich. Microsoft Office Project Standard unterstützt den Einzelprojektmanager u.a. beim Planen und Steuern eines Projektes sowie der zugehörigen Ressourcen. Die Professional Edition unterscheidet sich dadurch, dass diese in Verbindung mit einem Project Server eingesetzt werden kann (siehe auch Produktübersicht Microsoft Project Professional und Project Server).
Die nachfolgend nur noch Project genannte Standard Edition ist eine Einzelplatzanwendung, die dezentral ohne weitere Abhängigkeiten im Unternehmen eingesetzt werden kann. Sie eignet sich u.a. für das Management von Terminen, Kosten und Ressourcen eines einzelnen Projektes. Sie hilft u.a. bei der Erarbeitung der Antworten für folgende Fragestellungen:
Die Fähigkeit, diese Fragen mit ausreichender Qualität beantworten zu können,ist im heutigen Wirtschaftsleben einer der entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.Nur dann ist bei häufigen Änderungen der Anforderungen an Unternehmen und ihre Leistungen, bei gleichzeitig hoher Komplexität und hohen Investitionskosten, eine profitable Wertschöpfung möglich. In vielen Fällen betrifft dies nicht nur den Projektbereich eines Unternehmens, sondern auch alle anderen Bereiche, da die Projektarbeit in vielen Fällen die Grundlage für die Leistungserstellung schafft. Z.B. durch Entwicklung von neuen Produkten im Rahmen von Entwicklungsprojekten.
Letztlich geht es um die Aufgabe, die Projektarbeit besser planbar und steuerbar zu machen, um u.a. Risiken zu minimieren. Der wesentliche Beitrag hierfür resultiert in erste Linie aus einem kompetenten Projektmanager. Dieser wird diese Aufgabe jedoch nur erfolgreich lösen können, wenn ihm das hierfür nötige Instrumentarium, bestehend aus einer ausgereiften Methodik und Software, zur Verfügung steht. Project ist methodisch neutral, d.h. es kann z.B. zum Projektmanagement nach PMI, Prince 2 oder IPMA/GPM eingesetzt werden. Hier verwenden wir die Begrifflichkeit des Project Management Institutes (PMI), da dieses der weltweit bedeutendste Standard ist. Im Abschnitt Microsoft Office Project - im Detailstellen wir exemplarisch die Umsetzung einiger der nach diesem Standard definierten Prozesse mit Project dar.

Project ist Bestandteil des Microsoft Office Systems. Es wird zwar nicht mit einer der verschiedenen Editionen von Microsoft Office ausgeliefert, basiert jedoch technologisch darauf. Dies äußert sich z.B. darin, dass die Bedienung den anderen Programmen aus dem Office System ähnelt und es in vielen Fällen eine Integration zwischen den unterschiedlichen Anwendung gibt. Ähnlichkeiten in der Bedienung liegen z.B. darin, dass die Eingabe der Vorganginformationen innerhalb des Tabellenbereiches (vgl. obige Abbildung), ähnlich wie bei Excel, erfolgt. Die Integration zeigt sich z.B. darin, dass Excel an vielen Stellen für Auswertungen verwendet (vgl. Abbildung unten) wird. Exemplarisch für die Integration in weiteren Office Programmen sei noch die Integration in SharePoint genannt. Diese erlaubt z.B. das Versionieren von Projektplänen in SharePoint Dokumentbibliotheken.

Neben der Zugehörigkeit zum Office System gibt es jedoch auch weitere Anknüpfungspunkte zu der übrigen Microsoft Technologie. Zum Beispiel können Arbeitselemente aus dem Team Foundation Server des Visual Studio Team Systems mit Vorgängen in Project verknüpft werden. Ein weiteres Beispiel ist die Ausstattung von Project mit einer Vielzahl von Programmierschnittstellen, die Drittanbieter in die Lage versetzen, das Projektmanagementsystem optimal an die jeweiligen Kundenbedürfnisse anzupassen. Stellvertretend seien hier die Integration in andere Anwendungen wie z.B. Lotus Notes, Microsoft Exchange Server oder Windows Mobile genannt.
Wie im vorangehenden Abschnitt beschrieben, eignet sich Project z.B. für das Projektmanagement auf Basis der Methodik des Project Management Institutes (PMI). Das PMI beschreibt in seinem Project Management Body of Knowledge zu jeder Prozessgruppe eine Vielzahl von Projektmanagementprozessen. Nachfolgend zeigen wir exemplarisch die Umsetzung einiger Prozesse hieraus mit Project. Eine ausführliche Darstellung der wichtigsten Prozesse finden Sie in unserem Buch.
Die fünf Prozessgruppen entsprechend des PMI Standards heißen Initiierungs-, Planungs-, Ausführungs-, Überwachungs- und Steuerungs- sowie abschließende Prozesse (vgl. Abbildung unten). Diesem Standard liegt die Annahme zugrunde, dass in jeder Projektphase diese Prozesse ausgeführt werden müssen. Mitunter ist die Ausprägung unterschiedlich stark, jedoch der Anlage nach sind alle vorhanden.

In einer frühen Projektphase wird in der Regel der Projektauftrag erstellt. Dieser liefert die Grundlage für die Planungsprozesse. Nachdem im Rahmen der Planungsprozesse der Inhalt und Umfang des Projektes feiner spezifiziert wurden,wird der Projektstrukturplan erstellt. Dieser beschreibt in hierarischer Form vollständig den Inhalt und Umfang des Projektes, also die gesamten Arbeiten, die für die Erreichung des Projektzieles nötig sind.

In der Abbildung oben wird die Zuordnung der Projektstrukturplan-Elemente zu den Vorgängen gezeigt. Die Abbildung unten zeigt die Gruppierung der Vorgangsliste nach der Hierarchie des Projektstrukturplans.

Nachdem der Projektstrukturplan erstellt, die Vorgänge definiert und in eine logische Reihenfolge gebracht wurden, wird der Ressourcenbedarf geschätzt. Das heißt zu jedem Vorgang werden Ressourcen zugeordnet. Project errechnet hieraus automatisch den Gesamtbedarf an Ressourcen gegliedert nach Qualifikation. Um nun die Dauer der Vorgänge schätzen zu können, muss u.a. auch die Verfügbarkeit der Ressourcen beachtet werden. Hierzu können Sie in Project die Arbeitszeiten der Ressourcen erfassen - wie unten abgebildet. Project errechnet dann automatisch die resultierenden Termine unter Beachtung der logischen Reihenfolge der Vorgänge (Prozess Entwicklung des Terminplans).

Um die Kosten zu schätzen und zu planen, erfassen Sie für jede Ressource die Kostensätze und ordnen den Vorgängen beliebige andere Kosten zu. Project errechnet automatisch die Gesamtkosten und stellt Ihnen diese z.B. nach Perioden, Kostenarten, Ressourcen und Projektphasen dar (vgl. Abbildung unten).

Für die Ausführung können Sie dann mit Project Standard z.B. Einsatzpläne ausdrucken (Informationsverteilung), sodass alle Projektbeteiligen leicht erkennen können, wann und in welchem Umfang sie für die Arbeit im Projekt eingeplant sind. Die Rückmeldung der Projektmitarbeiter können Sie dann in den Projektplan eingeben. Auf diese Art und Weise kennen Sie stets den aktuellen Stand des Projektes und erkennen leicht Abweichungen (Fortschrittsberichterstattung).Gerade bei der Informationsverteilung und der Fortschrittsberichterstattung können Sie beim Einsatz von Project Professional in Verbindung mit dem Project Server jedoch die Prozesse weiter vereinfachen. Aus diesem Grunde sei hier auf die Produktvorstellung des Project Servers in diesem Buch und ergänzende Informationen in unserem Buch (siehe unten) noch einmal verwiesen.
Microsoft Office Project 2007 – Das Profibuch
von Renke Holert, Verlag: Microsoft Press, ISBN 9783866454101