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Copilot Cowork im Projektmanagement: Was PMOs jetzt wissen müssen | Holert

Geschrieben von Renke Holert | 15. April 2026

Mit Copilot Cowork bringt Microsoft eine neue Dimension in die KI-gestützte Zusammenarbeit: Statt einzelner Prompts delegieren Projektmanager und PMOs jetzt komplette Arbeitspakete an einen KI-Agenten, der eigenständig plant, ausführt und Ergebnisse liefert. Was bedeutet das konkret für PMOs – und wie passt eine moderne PPM-Lösung wie Altus PPM ins Bild?

Von der Chat-Hilfe zum digitalen Projektassistenten

Wer Microsoft Copilot bisher im Projektalltag nutzt, kennt das Muster: eine Frage stellen, eine Antwort bekommen, weiterarbeiten. Copilot Cowork verändert dieses Muster grundlegend. Statt auf einzelne Eingaben zu reagieren, übernimmt Cowork ganze Aufgabenketten – und arbeitet diese über Minuten oder Stunden hinweg selbstständig ab.

Ein Beispiel: Sie bitten Cowork, ein Projekt-Statusmeeting vorzubereiten. Die KI durchsucht Ihre E-Mails und Teams-Nachrichten nach relevanten Updates, erstellt eine Zusammenfassung in PowerPoint, zieht aktuelle Kennzahlen aus Excel und legt einen Terminvorschlag im Kalender an. Das alles geschieht im Hintergrund – Sie behalten jederzeit die Kontrolle und können den Fortschritt prüfen oder den Kurs korrigieren.

Was Copilot Cowork für PMOs verändert

Für Projektmanagement-Offices ergeben sich durch Cowork mehrere konkrete Vorteile. Der offensichtlichste: Zeitgewinn bei wiederkehrenden Aufgaben. Monatliche Statusberichte zusammenstellen, Stakeholder-Präsentationen aktualisieren oder Meilenstein-Übersichten pflegen – Aufgaben, die heute Stunden kosten, lassen sich als Arbeitsauftrag an Cowork delegieren.

Darüber hinaus denkt Cowork übergreifend. Die KI greift auf Dateien, Kalender, E-Mails und Chat-Verläufe zu und verknüpft Informationen, die in verschiedenen Microsoft-365-Anwendungen verstreut liegen. Für PMOs, die oft als Informationsdrehscheibe zwischen Fachabteilungen und Geschäftsführung fungieren, ist das ein erheblicher Produktivitätsgewinn.

Wichtig dabei: Copilot Cowork arbeitet innerhalb der bestehenden Microsoft-Sicherheits- und Governance-Strukturen. Berechtigungen, Compliance-Richtlinien und Audit-Trails bleiben erhalten – ein entscheidender Faktor für den unternehmensweiten Einsatz im PMO.

Agenten statt Assistenten: Die nächste Evolutionsstufe

Was Cowork von bisherigen Copilot-Funktionen unterscheidet, ist die agentenbasierte Architektur. Cowork zerlegt eine Anfrage in Teilschritte, wählt die passenden Werkzeuge und koordiniert deren Ausführung. Microsoft spricht bewusst von einem Wandel: weg vom reinen Assistenten, hin zum handelnden Agenten.

Für Projektmanager bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Die KI wird nicht mehr nur gefragt – sie wird beauftragt. Sie erstellt einen Plan, zeigt Checkpoints an und liefert am Ende ein fertiges Ergebnis. Das erinnert an die Delegation an einen Teammitarbeiter: Auftrag erteilen, Zwischenstände prüfen, Ergebnis abnehmen.

Besonders spannend wird es, wenn Agenten untereinander kommunizieren. Cowork kann spezialisierte Agenten als Werkzeuge einsetzen – etwa einen Agenten für Budgetanalysen, einen für Terminplanung und einen für Risikobewertungen. So entsteht ein virtuelles Projektteam, das dem PMO zuarbeitet.

MCP: Wie KI-Agenten externe Systeme anbinden

Eine Frage, die sich viele Projektmanager stellen: Kann Copilot Cowork auch über die Microsoft-365-Welt hinaus agieren und in Drittsysteme schreiben? Derzeit nicht für Drittsysteme, aber Microsoft setzt beim Thema Drittanbieter-Integration auf das Model Context Protocol (MCP) – einen offenen Standard, der KI-Agenten den Zugriff auf externe Datenquellen und APIs ermöglicht. MCP ist seit 2026 in Copilot Studio allgemein verfügbar und es davon auszugehen, dass das bald nachgeliefert wird.

Zum Vergleich: Claude Cowork – die technologisch Basis von Copilot Cowork – bindet externe Systeme direkt über MCP-Konnektoren an. Es kann beispielsweise aus Vertriebsinformationen zu gewonnenen Projekten aus dem CRM System wie z.B. HubSpot auslesen, hieraus ein Projekt in Altus oder Projectum xPM anlegen, Jira-Tickets verfügbaren Ressourcen zuweisen oder Team-Nachrichten senden, ohne den Umweg über eine Orchestrierungsplattform. Beide Ansätze bewegen sich in die gleiche Richtung: KI-Agenten, die nicht nur lesen, sondern aktiv in Unternehmenssystemen handeln.

Moderne PPM-Lösung gesucht? Die wichtigsten Fragen

Mit dem Ende des Supports für Microsoft Project Online am 30. September 2026 stehen viele Organisationen vor der Frage, wie sie ihr Projekt- und Portfoliomanagement zukunftssicher aufstellen. Dabei tauchen immer wieder dieselben Fragen auf:

Wie migriere ich von Project Online auf eine moderne Lösung? Lösungen wie Altus PPM ermöglichen die Migration der bestehenden Project-Online-Daten in kürzester Zeit – häufig innerhalb eines Tages. Altus läuft direkt im eigenen Microsoft-365-Tenant und speichert alle Daten im Dataverse, sodass die volle Kontrolle beim Unternehmen bleibt.

Kann die neue PPM-Lösung mit KI-Agenten wie Copilot Cowork zusammenarbeiten? Da Altus PPM nativ auf Microsoft 365 und dem Dataverse aufsetzt, ist die Grundlage für die Zusammenarbeit mit Copilot bereits gegeben. Projektdaten, Portfolioübersichten und Ressourcenpläne liegen genau dort, wo Copilot Cowork auf sie zugreifen kann – ohne zusätzliche Schnittstellen oder Datensilos.

Brauche ich noch ein eigenständiges PPM-Tool, wenn Copilot alles kann? Copilot Cowork ist ein Ausführungs- und Orchestrierungswerkzeug – kein PPM-System. Es kann Informationen aggregieren, Berichte erstellen und Aufgaben koordinieren. Aber die strukturierte Erfassung, Priorisierung und Steuerung von Projekten und Portfolios braucht weiterhin eine spezialisierte Plattform. Copilot Cowork und Altus PPM ergänzen sich: Das PPM-System liefert die Datenbasis und Prozesslogik, Copilot Cowork automatisiert die Arbeit damit.

Wie integriere ich Jira, Azure DevOps oder Planner in mein Portfoliomanagement? Altus PPM integriert sich nahtlos mit Planner, Project, Jira und Azure DevOps. So entsteht eine zentrale Sicht auf alle Projekte – unabhängig davon, welches Tool die Teams im operativen Alltag nutzen.

Was jetzt zu tun ist

Copilot Cowork ist aktuell über das Microsoft Frontier-Programm verfügbar und wird ab Mai 2026 als Teil der neuen M365 E7 Plans für alle verfügbar. Für PMOs lohnt es sich, frühzeitig zu evaluieren, welche wiederkehrenden Prozesse sich für die Delegation an Cowork eignen – und gleichzeitig die eigene PPM-Infrastruktur fit für die KI-Ära zu machen. Holert bietet hierfür das passende Workshop Format mit dem PMO AI Power Day an.

Entscheidend ist die richtige Kombination: Ein modernes PPM-System wie Altus PPM als strukturelle Grundlage, ergänzt durch KI-Agenten wie Copilot Cowork für die operative Automatisierung. Wer diese beiden Bausteine zusammenbringt, schafft die Voraussetzung für ein PMO, das schneller, datengetriebener und strategischer arbeitet.

Copilot Cowork live erleben – mit LAPP in Stuttgart

Wie das in der Praxis aussieht, zeigen wir am 29. April 2026 bei PMO-Event von Holert in Stuttgart. Unter dem Titel „Wie LAPP sein PMO auf KI umgestellt hat" gibt Yannick Neumann, Head of Project, Portfolio & Knowledge Global IT bei LAPP, Einblicke in den konkreten Einsatz von Microsoft 365 Copilot im Projekt- und Portfoliomanagement. Renke Holert gibt den Überblick über die neuesten KI Trends und Marc Soester, CEO von Altus, zeigt zudem, wie Altus PPM als moderne PPM-Plattform die Brücke zwischen strategischem Portfoliomanagement und KI-gestützter Automatisierung schlägt.

Das Event findet ab 9:00 Uhr in den Urban Spaces in Stuttgart statt – vor Ort (bis 17:00) und online (bis 12:00). Neben der LAPP-Fallstudie stehen das Ende des Supports für Microsoft Project Online und die Weiterentwicklung des PMO zum Value Management Office auf der Agenda.

Die Teilnahme ist kostenlos. Jetzt anmelden und Platz sichern.