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Power Platform Governance 2026: Vom CoE Starter Kit ins Admin Center

Power Platform Governance 2026: Vom CoE Starter Kit ins Admin Center

Über Jahre war das CoE Starter Kit das Schweizer Taschenmesser für Power-Platform-Governance. Microsoft baut diese Funktionen jetzt nativ ins Power Platform Admin Center ein – mit besonderem Augenmerk auf Model-driven Apps und KI-Agenten. Wir ordnen die Migration ein und zeigen, warum das nicht nur ein Admin-Thema ist, sondern direkt eure Projektarbeit und euer Projekt- und Portfoliomanagement (PPM) betrifft.

Das CoE Starter Kit hat ausgedient – Governance wird zum Produkt

Das Center of Excellence (CoE) Starter Kit war nie ein offizielles Produkt, sondern eine Sammlung von Apps, Flows und Power-BI-Dashboards, die ein Unternehmen selbst installieren, betreiben und aktuell halten musste. Genau das ändert sich jetzt: Microsoft pflegt das Kit nicht mehr aktiv weiter – es gibt keine neuen Features, Bugfixes oder Security-Patches mehr. Stattdessen verlagert Microsoft die Kernfunktionen direkt in das Power Platform Admin Center (PPAC) als native In-Product-Erlebnisse.

Für Plattform-Verantwortliche ist das eine gute Nachricht: Governance hört auf, ein selbst gebautes Nebenprojekt zu sein, und wird zu einer gewarteten, supporteten Plattform-Fähigkeit. Wer das CoE Starter Kit heute noch produktiv nutzt, sollte einen Migrationsplan in Richtung PPAC aufsetzen.

Die vier nativen Governance-Erlebnisse im Admin Center

Die ehemaligen CoE-Kernaufgaben finden sich heute in vier Bereichen des Admin Centers wieder:

Inventory – ein tenant-weiter Überblick über alle Apps, Flows und Agents. Die Inventory-Experience hat die alten CoE-Inventory-Flows abgelöst und zeigt Canvas-, Model-driven-, Code- und Vibe-Apps, Cloud Flows sowie Agents aus Copilot Studio und dem Microsoft 365 Copilot Agent Builder – inklusive Besitzer und genutzter Connectoren.

Usage – Adoptionsdaten, um Top-Ressourcen und ihre Owner zu erkennen. Monitor – der operative Gesundheitszustand stark genutzter Ressourcen. Actions – eine zentrale Stelle, um Risiken zu erkennen, Best Practices durchzusetzen und Governance-Maßnahmen auszulösen.

Wichtig für die Berechtigungsplanung: Diese Erlebnisse setzen eine tenant-weite Admin-Rolle voraus. Reine Environment-Admins oder Endanwender sehen sie nicht.

Managed Environments, Security Hub und DLP als Fundament

Unter den vier Erlebnissen liegt das Fundament aus Managed Environments, Data-Loss-Prevention-Richtlinien (DLP) und dem Security-Bereich des Admin Centers. Managed Environments bündeln Sicherheits- und Monitoring-Fähigkeiten auf Plattformebene, mit denen sich Umgebungen gezielt absichern lassen – von DLP-Policies über Sharing-Limits bis zu Nutzungs-Insights. Der Security-Bereich liefert zusätzlich Empfehlungen, um die Sicherheitslage datengetrieben zu verbessern.

Für die Praxis heißt das: Governance ist kein einzelnes Dashboard mehr, sondern ein zusammenhängender Stack – Inventarisierung, Nutzung, Betrieb, Maßnahmen und Sicherheit greifen ineinander.

Besonderer Fokus: Model-driven Apps und KI-Agenten

Spannend wird es dort, wo Microsoft 2026 am stärksten investiert: bei Model-driven Apps und generativer KI. Mit dem Februar-2026-Update kam Microsoft 365 Copilot Chat in Model-driven Apps in die Public Preview. Anwender können damit direkt in der App Fragen stellen, über In-App-Daten reasonieren und Erkenntnisse aus Dokumenten und Kommunikation verbinden – ohne die Anwendung zu verlassen. Dabei lassen sich First-Party-Agents wie Researcher und Analyst ebenso einbinden wie eigene Copilot-Studio-Agents.

Governance-seitig ist das sauber gedacht: Admins konfigurieren das Feature pro Environment, Maker entscheiden anschließend pro App, ob Copilot Chat aktiv ist. Damit bleibt die Kontrolle bei der Plattform, ohne die Maker auszubremsen.

Parallel zieht Microsoft die Zügel bei der Agent-Governance an. Geplant bzw. bereits im Rollout sind unter anderem: dedizierte Berechtigungen fürs Publizieren von Agents und für Channel-Zugriffe, Risiko-Signale schon während der Agent-Konfiguration statt erst nach dem Deployment, das Tracking inaktiver oder unveröffentlichter Agents (z. B. länger als 90 Tage ungenutzt), das Monitoring von Entra App IDs gegen Identity-Sprawl sowie ein Copilot-Credit-Tracking pro Environment mit Spend-Caps, um Kostenrisiken einzudämmen. Ein „Agentic Center of Enablement“ soll Tenant-Monitoring automatisieren und Remediation-Pläne mit Audit-Trail erzeugen.

Der rote Faden: KI wird in der Power Platform nicht als Spielwiese, sondern als kontrolliert verwaltete Unternehmensfähigkeit behandelt – inventarisiert, abgesichert und budgetiert wie jede andere Ressource.

Warum das ein PPM-Thema ist – zwei Perspektiven

Auf den ersten Blick klingt das nach reinem Plattform-Admin-Stoff. Tatsächlich entscheidet diese Governance-Architektur aber darüber, wie tragfähig eure Projektarbeit auf der Power Platform ist. Zwei Blickwinkel lohnen sich.

Perspektive 1: Wie setzt ihr eure eigenen Projekte sauber um?

Viele IT-Teams bauen ihre internen Projekt-, Anforderungs- oder Demand-Tools selbst – als Canvas- oder Model-driven App auf Dataverse, ergänzt um Flows und zunehmend um Copilot-Agents. Genau hier wird die neue Governance zum Rückenwind: Wenn ihr eure Projekt-App als Model-driven App in einer Managed Environment betreibt, erbt sie automatisch Inventory, Usage-Insights, DLP und die KI-Leitplanken. Statt jede Eigenentwicklung einzeln abzusichern, lauft ihr im selben kontrollierten Rahmen mit.

Konkret bedeutet das für eure Architektur-Entscheidungen: dedizierte Environments pro Lebenszyklus-Stufe (Dev/Test/Prod), Application Lifecycle Management (ALM) über Solutions, klare Connector- und DLP-Policies – und KI-Funktionen, die ihr bewusst pro App freischaltet. Wer so baut, muss Governance nicht nachrüsten, sondern nutzt sie als Fundament.

Perspektive 2: Eine PPM-Lösung für andere Abteilungen – architektonisch passend

Die zweite Situation ist mindestens so häufig: Im Unternehmen laufen Microsoft Planner für leichtgewichtige Teamarbeit und vielerorts noch Project Online für das klassische PPM. Sobald andere Abteilungen nach „echtem“ Projekt- und Portfoliomanagement fragen, steht die Architekturfrage im Raum: Wie bietet man eine PPM-Lösung an, die sich nicht als Insel anfühlt, sondern in die bestehende Microsoft-Governance einfügt?

Die Antwort liegt nahe an dem, was Microsoft gerade tut. Sowohl Project for the web / Planner Premium als auch vollwertige PPM-Lösungen wie Altus PPM oder Projectum xPM laufen als Model-driven Apps auf Dataverse. Damit fallen sie genau in den Governance-Stack, den das Admin Center jetzt bereitstellt: Sie tauchen im tenant-weiten Inventory auf, lassen sich über Managed Environments absichern, profitieren von DLP und Security-Empfehlungen – und können Copilot-Chat sowie Copilot-Studio-Agents unter denselben Leitplanken nutzen wie eure übrigen Apps.

Für IT-Verantwortliche ist das ein starkes Argument: Eine PPM-Lösung auf Dataverse ist keine zusätzliche Schatten-IT, sondern ein gut integrierter Baustein im selben Verwaltungs- und Sicherheitsmodell. Das vereinfacht nicht nur die Migration weg von Project Online, sondern auch das Gespräch mit Datenschutz, Security und Lizenzmanagement.

Fazit

Die Migration des CoE Starter Kits ins Power Platform Admin Center ist mehr als Aufräumen: Governance wird zur gewarteten Plattformfähigkeit, mit klarem Fokus auf Model-driven Apps und KI-Agenten. Wer seine Projektarbeit und sein PPM auf Dataverse und Managed Environments stellt, baut nicht gegen diese Entwicklung, sondern auf ihr auf – und gewinnt eine Governance-konforme PPM-Lösung mit Kontrolle, Sicherheit und Zukunftsfähigkeit in einem.

Wie Holert beim Thema Power-Platform-Governance unterstützt

Genau für diese Aufgaben haben wir unser neues Paket Power Apps Governance & Managed Services geschnürt – entweder als einmaliges Governance-Setup oder als laufenden Managed Service. Holert begleitet IT- und PMO-Teams beim Aufbau einer tragfähigen Power-Platform-Governance: vom Governance-Assessment der bestehenden Umgebung über die Definition einer Environment- und ALM-Strategie, die Einrichtung von Managed Environments, DLP- und Sicherheitsrichtlinien bis zur Ablösung des CoE Starter Kits durch die nativen Admin-Center-Erlebnisse. Dazu definieren wir Leitplanken für Model-driven Apps und Copilot-/KI-Agenten – von Berechtigungen und Credit-Limits bis zum laufenden Monitoring.

Auf diesem Fundament richten wir Governance-konforme PPM-Lösungen wie Altus PPM oder Projectum xPM auf Dataverse so ein, dass sie sauber in eure bestehende Microsoft-Architektur passen – inklusive Migration von Project Online und Anbindung an Planner. Mehr dazu auf der Seite Power Apps Governance & Managed Services. Ob einmaliges Assessment, Migrationsfahrplan oder dauerhafte Betreuung: Schreibt uns über unser Kontaktformular, und wir finden gemeinsam den passenden Einstieg.

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