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„Wer entscheidet hier eigentlich?" – diese Frage entscheidet über Erfolg oder Scheitern eines Projekts oft mehr als jeder Projektplan. Project Governance gibt darauf eine klare Antwort: Sie ist das Rahmenwerk aus Rollen, Entscheidungsrechten und Kontrollpunkten, das Projekte mit den Unternehmenszielen verbindet. Wir zeigen, welche Bausteine dazugehören – und wie aus verstreuten Tools ein gemeinsamer Governance-Rahmen wird.
Project Governance ist das System aus Rollen, Entscheidungsrechten, Prozessen und Kontrollstrukturen, das sicherstellt, dass ein Projekt über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg auf die Unternehmensziele ausgerichtet bleibt. Sie beantwortet drei Kernfragen: Wer trifft welche Entscheidungen? Nach welchen Regeln? Und wie wird die Einhaltung überwacht? Der internationale Standard ISO 21505:2017 richtet sich genau an diese Ebene – an Lenkungsgremien, Sponsoren, Steering Committees und das Project Management Office (PMO).
Wichtig ist die Abgrenzung zum Management: Das Projektmanagement führt das Projekt operativ im Rahmen aus, die Governance steckt diesen Rahmen ab und kontrolliert ihn. Gute Governance ist dabei kein Selbstzweck und keine zusätzliche Bürokratie, sondern schafft Klarheit, Tempo und Nachvollziehbarkeit.
Über die gängigen Frameworks hinweg – von PMI bis ISO 21505 – lassen sich sechs Bausteine festhalten:
1. Rollen und Verantwortlichkeiten. Klar definierte Rollen sind das Fundament: Der Sponsor (meist eine Führungskraft) sichert die strategische Ausrichtung und die Ressourcen, das Steering Committee trifft übergeordnete Entscheidungen, der Projektleiter verantwortet die Umsetzung, das PMO sorgt für Methoden, Standards und Vergleichbarkeit. Modelle wie RACI helfen, Verantwortung eindeutig zuzuordnen.
2. Entscheidungsrechte und Eskalation. Governance legt fest, wer welche Entscheidung in welcher Höhe treffen darf – und was passiert, wenn eine Schwelle überschritten wird. Ohne definierte Eskalationspfade bleiben Probleme liegen oder landen auf der falschen Ebene.
3. Phasen- und Stage-Gates. An definierten Kontrollpunkten („Gates") wird ein Projekt anhand sichtbarer Kriterien bewertet – strategische Passung, Wirtschaftlichkeit, Risiko – und bewusst fortgesetzt, angepasst oder gestoppt. So werden Stage-Gate-Entscheidungen zu echten Weichenstellungen statt zu reinen Formalitäten.
4. Reporting und Transparenz. Ein verbindlicher Berichtsrhythmus mit einheitlichem Status, Kennzahlen und Meilensteinen schafft eine gemeinsame Faktenbasis. Entscheidungen brauchen Daten – keine Bauchgefühle.
5. Risiko- und Qualitätsmanagement. Risiken, Issues und Qualitätssicherung gehören strukturiert erfasst, bewertet und an die richtige Stelle eskaliert – kontinuierlich, nicht nur am Projektende.
6. Stakeholder-Einbindung. Governance definiert, wer wann wie eingebunden und informiert wird. Das hält Erwartungen synchron und verhindert Überraschungen im Lenkungskreis.
In der Realität scheitert Governance selten am Konzept, sondern am Tool-Wildwuchs. Die Softwareentwicklung arbeitet in Jira und Confluence auf der Atlassian Cloud, Fachabteilungen nutzen Planner, Projektanträge und Ressourcenpläne stecken in Excel- und SharePoint-Listen. Jedes Team arbeitet sinnvollerweise mit dem, was zu ihm passt – aber die Ebene darüber fehlt: ein einheitliches Bild über Status, Priorisierung, Ressourcen und Risiken.
Genau diese Ebene schaffen PPM-Lösungen wie Altus PPM und Projectum xPM. Als Model-driven Apps auf Microsoft Dataverse führen sie die Daten aus den operativen Werkzeugen – inklusive der Anbindung an Jira – zu einem gemeinsamen Portfolio-Bild zusammen und legen einheitliche Standards für Stage Gates, Reporting und Ressourcensteuerung darüber. Aus verstreuten Insellösungen wird so eine durchgängige Project Governance über alle Abteilungen hinweg – ohne den Teams ihre gewohnten Tools wegzunehmen.
Project Governance ist kein Bürokratie-Aufschlag, sondern die Antwort auf die Frage, wer im Projekt mit welchem Mandat entscheidet. Wer Rollen, Entscheidungsrechte, Gates, Reporting, Risiko und Stakeholder sauber definiert – und diesen Rahmen über ein integriertes PPM-Werkzeug technisch verankert –, gewinnt Steuerbarkeit, Tempo und Verlässlichkeit.
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